Der Mord an Munir

Der Menschenrechtler Munir1 wurde am 7. September 2004 auf einem Flug der indonesischen Fluggesellschaft Garuda Airlines von Jakarta in die Niederlande mit Arsen vergiftet. Schon früher waren Mordversuche an ihm verübt worden.

Drei Personen wurden bislang für die Beteiligung an dem Mord verurteilt. Es gibt jedoch glaubhafte Vorwürfe, dass die Drahtzieher des Mordes hochrangige Beamte im Geheimdienst sind, die bislang nicht verurteilt wurden.

Munir Said Thalib war einer der bekanntesten Menschenrechtler Indonesiens und hatte zu zahlreichen Fällen „verschwundener“ Aktivisten gearbeitet. Er war Mitbegründer von zwei Menschenrechtsorganisationen und an der Aufdeckung von Menschenrechtsverletzungen des Militärs in Aceh und Timor-Leste (früher Osttimor) beteiligt. Außerdem empfahl er der Regierung die Strafverfolgung von namentlich genannten hochrangigen Beamten. Im September 1999 wurde er in den Untersuchungsausschuss zu Menschenrechtsverletzungen in Osttimor berufen (KPP-HAM).

Als Reaktion auf den nationalen und internationalen Aufschrei nach dem Mord richtete Präsident Susilo Bambang Yudhoyono ein unabhängiges Untersuchungsteam ein das parallel zu den polizeilichen Ermittlungen arbeitete. Das Team empfahl im Jahre 2005, die Beteiligung von Mitarbeitern das staatlichen Geheimdienstes BIN und von Garuda Airlines zu untersuchen. Der Bericht wurde nie veröffentlicht.

Der ehemalige stellvertretende Chef des Geheimdienstes BIN, Muchdi Purwoprandjono, wurde im Jahre 2008 als Drahtzieher des Mordes angeklagt. Er wurde im Dezember 2008 wegen Mangels an Beweisen freigesprochen, nachdem Zeugen, die in den vorigen Gerichtsverfahren unter Eid ausgesagt hatten, diese Aussagen zurückzogen.

Munir Said Thalib

24. April 2021